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Kategorie Waldkindergartenwagen – Lesedauer 10 Min – Letzte Änderung am 25.06.26

Waldkindergarten-Konzeption schreiben: Aufbau, Inhalte und 10 entscheidende Kapitel

Eine Person sitzt an einem Schreibtisch und tippt auf einem Laptop.

Eine Waldkindergarten-Konzeption ist das zentrale schriftliche Dokument für die Betriebserlaubnis nach §45 SGB VIII. Sie umfasst typischerweise 25 bis 40 Seiten und beschreibt das pädagogische Profil, den Tagesablauf, die Sicherheitsstrukturen und die organisatorischen Rahmenbedingungen der Einrichtung. Träger sollten mit 3 bis 6 Monaten Schreibzeit kalkulieren. Die 10 entscheidenden Kapitel sind: Träger-Vorstellung, pädagogisches Leitbild, Tagesablauf, Bildungsbereiche, Eingewöhnung, Sicherheit, Eltern-Zusammenarbeit, Personal, Qualitätsentwicklung und Räumlichkeiten. Das Jugendamt prüft die Konzeption auf fachliche Stimmigkeit, Verbindlichkeit und Umsetzbarkeit.

Wichtiger Hinweis

Wir geben in diesem Artikel lediglich einen Beispiele. Die Ausarbeitung eines padagogischen Konzepts ist vielfältig und stark abhängig von der Situation in der sich ein Kindergarten befindet sowie anderen Faktoren.

Übersicht

Was ist eine Waldkindergarten-Konzeption und warum ist sie Pflicht?

Die Konzeption ist das zentrale schriftliche Selbstverständnis einer Kindertageseinrichtung – sie beschreibt verbindlich, wie der Waldkindergarten arbeitet. 

Rechtlich basiert die Pflicht zur Konzeption auf §45 SGB VIII (Erlaubnis zum Betrieb einer Kindertageseinrichtung) und auf den Kinderbildungsgesetzen der einzelnen Bundesländer. Das Jugendamt verlangt die Konzeption als verbindliches Dokument im Genehmigungsverfahren – ohne sie wird keine Betriebserlaubnis erteilt. 

Die Konzeption hat drei wesentliche Funktionen: 

  • Genehmigungsdokument: Grundlage für die Erteilung der Betriebserlaubnis durch das Jugendamt nach §45 SGB VIII. 
  • Arbeitsgrundlage des Teams: Verbindliche Orientierung für alle pädagogischen Fachkräfte. Bei Personalwechseln sichert sie die Kontinuität der pädagogischen Arbeit. 
  • Kommunikationsmittel mit Eltern: Eltern erkennen aus der Konzeption, wofür der Waldkindergarten steht. Sie ist Teil des Aufnahmegesprächs und schafft Vertrauen. 

 

Die Konzeption ist kein einmalig zu verfassendes Dokument – sie muss regelmäßig (alle 2 bis 3 Jahre) aktualisiert und weiterentwickelt werden. Bei strukturellen Veränderungen (Personalwechsel in der Leitung, Standortwechsel, Änderung der Gruppenzusammensetzung) ist ohnehin eine Anpassung erforderlich.

Wer schreibt die Konzeption und in welchem Zeitrahmen?

Die Konzeption wird in der Regel von der Kita-Leitung in Abstimmung mit dem Team und dem Träger verfasst – Träger sollten 3 bis 6 Monate Schreibzeit einplanen. 

Verantwortlichkeiten beim Schreibprozess

  • Kita-Leitung: Schreibt federführend, koordiniert die Inhalte, hält die fachlichen Standards. 
  • Pädagogisches Team: Liefert Praxis-Input, prüft Tagesabläufe und Bildungsbereiche auf Umsetzbarkeit. 
  • Trägerverein/Vorstand: Verantwortet die strukturellen Rahmenbedingungen (Finanzen, Personal, Räumlichkeiten). 
  • Externe Fachberatung (optional): Bei Erstkonzeption hilfreich, oft über Landesjugendamt oder Wohlfahrtsverbände erreichbar. 
  • Eltern (bei Eltern-Initiativen): Werden zur Mitarbeit eingeladen, finalisieren aber nicht – die fachliche Verantwortung bleibt beim Team. 

Realistischer Zeitplan für Erstkonzeption

Vorbereitung 

2-4 Wochen 

Recherche, Mustervorlagen, Fachberatung 

Konzept-Workshops 

4-6 Wochen 

Team-Workshops zu Pädagogik, Tagesablauf 

Schreibphase 

6-10 Wochen 

Federführung Kita-Leitung, Team-Feedback 

Review und Überarbeitung 

2-4 Wochen 

Träger-Lesung, Optimierung 

Vorprüfung Jugendamt (informell) 

2-4 Wochen 

Optional: Feedback vor Einreichung 

Finalisierung und Einreichung 

1-2 Wochen 

Layout, Druck, Einreichung Jugendamt 

 

Insgesamt sollte mit 4 bis 6 Monaten gerechnet werden – bei einer parallelen Bauwagen-Lieferzeit von 14 bis 16 Wochen also gut zu integrieren. Wer die Konzeption parallel zum Bauwagen-Bestellprozess schreibt, hat zum Liefertermin auch die Konzeption fertig. 

Die 10 entscheidenden Kapitel im Überblick

Eine gut strukturierte Waldkindergarten-Konzeption umfasst zehn Kernkapitel, die sich am Aufbau klassischer Kita-Konzeptionen orientieren und gleichzeitig die Besonderheiten der Outdoor-Pädagogik berücksichtigen. 

Die folgende Übersicht zeigt die empfohlenen Kapitel mit Umfang und Schlüsselinhalten: 

Kapitel 

Umfang 

Kerninhalt 

1. Träger und Einrichtung 

2-3 Seiten 

Rechtsform, Vorstand, Geschichte, Lage 

2. Pädagogisches Leitbild 

3-4 Seiten 

Werte, Menschenbild, übergreifende Ziele 

3. Pädagogischer Ansatz 

4-5 Seiten 

Naturpädagogik, Konzept-Schwerpunkte 

4. Tagesablauf 

3-4 Seiten 

Rituale, Strukturen, Wochenplan 

5. Bildungsbereiche 

4-6 Seiten 

Bezug auf Bildungsplan des Landes 

6. Eingewöhnung 

2-3 Seiten 

Berliner oder Münchner Modell, Anpassungen 

7. Sicherheit und Gesundheit 

3-4 Seiten 

Unfallverhütung, Erste Hilfe, Hygiene 

8. Eltern-Zusammenarbeit 

2-3 Seiten 

Aufnahmegespräch, Mitarbeit, Konflikte 

9. Personal und Qualität 

3-4 Seiten 

Team, Fortbildung, Qualitätsentwicklung 

10. Räumlichkeiten 

2-3 Seiten 

Bauwagen, Außengelände, Sonderräume 

Anhänge 

optional 

Mustertage, Pläne, Übersichten 

 

Die Gesamtlänge liegt typischerweise zwischen 25 und 40 Seiten. Kürzere Konzeptionen wirken oft nicht fundiert, längere überfordern die Leser im Jugendamt. Wichtig: Jedes Kapitel sollte abgeschlossen und in sich verständlich sein.

Kapitel 1-3: Träger, Leitbild und pädagogischer Ansatz

Die ersten drei Kapitel definieren das Fundament der Einrichtung – Wer steht dahinter, wofür stehen wir und wie arbeiten wir? 

Kapitel 1: Träger und Einrichtung

Hier wird die Einrichtung vorgestellt. Wichtige Inhalte: 

  • Rechtsform des Trägers (Verein, gGmbH, Wohlfahrtsverband, kommunal) 
  • Vereinsvorstand bzw. verantwortliche Personen 
  • Geschichte und Entstehung der Einrichtung 
  • Standort, Größe, Anzahl Kinder und Mitarbeitende 
  • Öffnungszeiten und Schließtage 
  • Aufnahmealter und Aufnahmebedingungen 

Kapitel 2: Pädagogisches Leitbild

Das Leitbild beschreibt das übergeordnete Verständnis von Bildung und Erziehung. Es beantwortet die Fragen: Wie sehen wir das Kind? Wie verstehen wir Bildung? Welche Werte sind uns wichtig? 

  • Menschenbild und Sicht auf das Kind (z.B. „Kompetentes Kind“, „Kind als aktiver Lerner“) 
  • Bildungsverständnis (z.B. Bildung als selbstaktiver Prozess, ko-konstruktiv, ganzheitlich) 
  • Kernwerte (z.B. Respekt, Naturverbundenheit, Partizipation, Resilienz) 
  • Ziele für die Kinder (kurz- und langfristig) 
  • Pädagogische Grundhaltung der Fachkräfte 

Kapitel 3: Pädagogischer Ansatz

Der pädagogische Ansatz konkretisiert das Leitbild in der täglichen Arbeit. Hier wird beschrieben, welche pädagogischen Schwerpunkte die Einrichtung setzt und wie diese in der Praxis umgesetzt werden. 

  • Naturpädagogik und Outdoor-Pädagogik als Kern 
  • Bezug zu etablierten Konzepten (z.B. Situationsansatz, Reggio-Pädagogik, offene Arbeit) 
  • Bewegungspädagogik und Sinneserfahrungen 
  • Wertschätzung von Stille, Konzentration und Achtsamkeit 
  • Inklusion und Umgang mit Vielfalt 
  • Partizipation der Kinder im Alltag 

Praxis-Tipp für Kapitel 3

Wichtig: Pädagogische Ansätze sind kein „Wunschkonzert“. Die Einrichtung sollte beschreiben, was sie tatsächlich umsetzen kann und will – nicht alles, was theoretisch gut klingt. Das Jugendamt prüft die Stimmigkeit zwischen pädagogischem Anspruch und tatsächlichen Strukturen.

Kapitel 4-6: Tagesablauf, Bildungsbereiche und Eingewöhnung

Die Kapitel 4 bis 6 beschreiben die konkrete pädagogische Praxis im Alltag der Einrichtung. 

Kapitel 4: Tagesablauf

Hier wird der typische Tag im Waldkindergarten dargestellt – mit Ritualen, festen Strukturen und Flexibilitäts-Räumen. Ein Mustertag könnte so aussehen: 

Uhrzeit 

Aktivität 

Pädagogischer Hintergrund 

07:30-08:30 

Bringphase im Bauwagen 

Sanfter Übergang von Familie zur Kita 

08:30-09:00 

Morgenkreis am Lagerplatz 

Gemeinschaft, Tagesstruktur, Rituale 

09:00-12:00 

Freispiel im Wald 

Selbstbestimmtes Lernen, Bewegung 

10:00-10:30 

Frühstück gemeinsam 

Soziales Miteinander, Esskultur 

12:00-13:00 

Mittagessen im Bauwagen 

Ruhe, Erholung, Essenskultur 

13:00-14:00 

Ruhephase 

Erholung, individuelle Bedürfnisse 

14:00-15:30 

Gezielte Angebote 

Projekte, Bildungsbereiche 

15:30-16:00 

Abschlusskreis und Abholung 

Tag reflektieren, Übergabe an Eltern 

 

Wichtig: Der Tagesablauf darf nicht starr wirken. Beschreiben Sie, wann Sie flexibel sind und wie Sie auf besondere Situationen (Wetter, Krankheit, individuelle Bedürfnisse) reagieren.

Kapitel 5: Bildungsbereiche

Jedes Bundesland hat einen eigenen Bildungs- und Erziehungsplan, der die zu fördernden Bildungsbereiche definiert. Typische Bildungsbereiche sind: 

  • Sprache und Kommunikation 
  • Mathematische Grunderfahrungen 
  • Naturwissenschaftliche und technische Bildung 
  • Soziale und emotionale Bildung 
  • Körper, Bewegung und Gesundheit 
  • Ästhetische, künstlerische und kulturelle Bildung 
  • Musik und Rhythmik 
  • Demokratie und Partizipation 
  • Religiöse und ethische Bildung (in einigen Bundesländern) 

 

Der Kniff bei Waldkindergärten: Zeigen Sie konkret, wie Sie diese Bildungsbereiche IM Wald umsetzen. Beispiele: Sprachbildung beim Geschichtenerzählen am Lagerfeuer, Mathematik beim Zählen von Tannenzapfen, naturwissenschaftliche Bildung beim Beobachten von Insekten und Pflanzen.

Kapitel 6: Eingewöhnung

Die Eingewöhnungsphase ist der Schlüssel zum gelingenden Start. Hier muss die Konzeption beschreiben, welches Eingewöhnungsmodell angewendet wird und wie die Familien begleitet werden. 

  • Dauer der Eingewöhnung (typisch 2-4 Wochen) 
  • Rolle der Bezugserzieherin/des Bezugserziehers 
  • Schritte: Grundphase, Trennungsversuch, Stabilisierungsphase, Schlussphase 
  • Besonderheiten im Waldkindergarten (Wetter, längere Strecken, Outdoor-Themen) 
  • Kommunikation mit den Eltern während der Eingewöhnung
Kinder spielen auf einer Wiese.

Kapitel 7-8: Sicherheit und Eltern-Zusammenarbeit

Diese beiden Kapitel sind im Waldkindergarten besonders wichtig – Sicherheit wegen der Outdoor-Risiken, Eltern-Zusammenarbeit wegen der hohen emotionalen Investition der Familien. 

Kapitel 7: Sicherheit und Gesundheit

Das Sicherheits-Kapitel wird vom Jugendamt besonders intensiv geprüft. Es sollte umfassen: 

  • Aufsichtspflicht und ihre Umsetzung im Wald 
  • Erste-Hilfe-Konzept und Notfallpläne 
  • Umgang mit Wetterlagen (Sturm, Gewitter, Hitze, Kälte) 
  • Hygiene-Konzept (Trockentrenntoilette, Handhygiene, Wickeln) 
  • Wald-spezifische Sicherheit (Zecken, Insekten, Pilze, Lagerfeuer) 
  • Medikamentengabe und Umgang mit Allergien 
  • Bezug auf DGUV-Vorschriften und Unfallkassen-Anforderungen 

 

Wichtig: Vermeiden Sie pauschale Aussagen wie „Sicherheit ist uns wichtig“. Beschreiben Sie konkrete Maßnahmen und Strukturen.

Kapitel 8: Eltern-Zusammenarbeit

Eltern-Zusammenarbeit ist im Waldkindergarten besonders intensiv. Die Konzeption sollte die folgenden Formen beschreiben: 

  • Aufnahmegespräch und Vorbesuche 
  • Entwicklungsgespräche (Häufigkeit, Struktur) 
  • Tür-und-Angel-Gespräche und tägliche Kommunikation 
  • Elternabend, Eltern-Café, Eltern-Stammtisch 
  • Elternbeirat und Mitwirkung (bei Eltern-Initiativen: Eltern-Mitarbeit als konstitutiv) 
  • Hospitationen und Mitarbeit im Alltag 
  • Gemeinsame Feste und Veranstaltungen 
  • Umgang mit Konflikten zwischen Eltern und Einrichtung 
  • Beschwerdemanagement
Ein Waldkindergartenwagen von NAWALO von innen.

Kapitel 9-10: Personal, Qualität und Räumlichkeiten

Die abschließenden Kapitel beschreiben die strukturellen Voraussetzungen – Wer arbeitet im Waldkindergarten und welche Räume und Geländen stehen zur Verfügung? 

Kapitel 9: Personal und Qualitätsentwicklung

Hier geht es um Team-Struktur, Fachkraft-Kind-Schlüssel und Qualitätssicherung: 

  • Personalstruktur (Anzahl Vollzeit-/Teilzeit-Fachkräfte, Praktikanten, FSJ) 
  • Qualifikation des Personals (Erzieher, Sozialpädagogen, Quereinsteiger) 
  • Spezielle Wald- und Naturpädagogik-Qualifikationen 
  • Fachkraft-Kind-Schlüssel (im Vergleich zu landesweitem Standard) 
  • Fortbildung und Team-Entwicklung 
  • Supervision und Reflexion 
  • Qualitätsentwicklung (interne Evaluation, Elternbefragung, Konzept-Aktualisierung) 
  • Beschwerdemanagement (intern und extern)

Kapitel 10: Räumlichkeiten und Gelände

Im Waldkindergarten ist das Gelände selbst Teil der Pädagogik. Die Konzeption beschreibt: 

  • Bauwagen als Schutzraum: Größe, Ausstattung, Heizung, Sanitär 
  • Außengelände: Größe, Bewuchs, natürliche Gestaltung 
  • Lagerfeuerstelle und ihre Sicherheits-Ausstattung 
  • Werkbank, Sand- und Wasserspielplatz 
  • Rückzugsorte und Schutzräume 
  • Bauwagen-Innenausstattung (Spielecken, Lese-Bereich, Bewegungs-Raum) 
  • Trockentrenntoilette und Hygiene-Bereich 
  • Lagerung von Material, Bekleidung, Brennholz 

Praxis-Tipp für Kapitel 10

Beschreiben Sie konkret, wie der Bauwagen pädagogisch genutzt wird – nicht nur als Schutz vor Wetter. Ein gut konzipierter NAWALO-Bauwagen bietet Spielecken, Rückzugsorte und Lernumgebung. Das Jugendamt schätzt es, wenn Räumlichkeiten als integraler Teil der Pädagogik beschrieben werden.

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Aus über 15 Jahren Erfahrung und 500 ausgelieferten Bauwagen wissen wir, welche Raumstrukturen die Konzeptionen am besten unterstützen. Wir beraten Sie zur Bauwagen-Auswahl passend zu Ihrem pädagogischen Konzept. E-Mail: info@nawalo.de | Telefon: +49 (0) 4120 7068 870 

Worauf das Jugendamt besonders achtet

Das Jugendamt prüft Konzeptionen nach klaren Kriterien – wer diese kennt, schreibt zielführender. 

Die folgenden Prüfkriterien sind in fast allen Bundesländern relevant: 

  • Vollständigkeit: Sind alle vorgeschriebenen Inhalte vorhanden? Lücken führen zu Nachfragen. 
  • Stimmigkeit: Passen Leitbild, pädagogischer Ansatz und konkrete Praxis zusammen? Widersprüche werden bemerkt. 
  • Umsetzbarkeit: Sind die beschriebenen Strukturen mit dem vorhandenen Personal und Budget realistisch? 
  • Verbindlichkeit: Werden Maßnahmen konkret beschrieben oder bleibt es bei vagen Absichtserklärungen? 
  • Aktualität: Sind Bezüge auf Bildungsplan und gesetzliche Regelungen aktuell? 
  • Sicherheit: Wird das Sicherheits-Konzept fundiert beschrieben? Welche Maßnahmen werden konkret genannt? 
  • Inklusion: Wie geht die Einrichtung mit Vielfalt um? Kinder mit Behinderung, mit Migrationshintergrund, mit besonderem Förderbedarf? 
  • Schutzkonzept: Wie schützt die Einrichtung Kinder vor Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung? §8a SGB VIII ist hier zentral. 

Ein gut vorbereitetes Vorgespräch mit dem Jugendamt vor Einreichung kann die Erfolgschancen erheblich erhöhen. Viele Jugendämter bieten kostenfreie Vorprüfungen an. 

Typische Fehler beim Konzeptionsschreiben

Aus der Praxis wissen wir, welche Fehler bei Erstkonzeptionen am häufigsten vorkommen – und vermeidbar sind. 

Fehler 1: Zu lange Vorrede, zu wenig konkrete Praxis

Viele Konzeptionen verbringen zu viel Platz mit theoretischen Grundlagen und zu wenig mit der konkreten Praxis. Das Jugendamt möchte wissen, wie der Tag konkret aussieht – nicht nur, welche Bildungstheorien Sie kennen. 

Fehler 2: Unverbindliche Sprache

Formulierungen wie „wir wollen“, „wir bemühen uns“, „im Idealfall“ sind problematisch. Die Konzeption ist ein verbindliches Dokument. Schreiben Sie konkret: „Die Kinder erleben täglich…“ oder „Wir setzen folgende Maßnahmen um:“. 

Fehler 3: Widersprüche zwischen Anspruch und Realität

Wenn das Leitbild von „individueller Förderung“ spricht, aber der Fachkraft-Kind-Schlüssel bei 1:10 liegt, entsteht ein Widerspruch. Stimmen Sie pädagogischen Anspruch und reale Strukturen sorgfältig ab. 

Fehler 4: Sicherheits-Aspekte zu kurz behandelt

Gerade bei Waldkindergärten ist das Sicherheits-Kapitel zentral. Wer hier zu pauschal bleibt, riskiert Nachfragen oder sogar Ablehnung. Konkrete Maßnahmen statt allgemeiner Aussagen. 

Fehler 5: Veraltete Bezüge

Bildungspläne werden regelmäßig aktualisiert. Wenn Sie sich auf eine veraltete Version beziehen, wirkt die Konzeption nicht aktuell. Prüfen Sie immer den neuesten Stand des Bildungsplans Ihres Bundeslandes. 

Fehler 6: Kein Schutzkonzept nach §8a SGB VIII

Seit der Reform des Kinder- und Jugendhilfegesetzes ist ein Schutzkonzept Pflicht. Wer dieses Kapitel auslässt, riskiert die Ablehnung der Betriebserlaubnis. Es muss konkret beschrieben werden, wie die Einrichtung Kinder vor Gewalt und Missbrauch schützt. 

Fehler 7: Keine Aktualisierungs-Strategie

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Diese Fragen erreichen uns regelmäßig zum Thema Konzeptions-Schreiben. 

Eine gute Konzeption umfasst typischerweise 25 bis 40 Seiten. Kürzere Konzeptionen wirken oft nicht fundiert genug, längere überfordern die Leser im Jugendamt. Wichtig ist die inhaltliche Tiefe und Klarheit – nicht die reine Seitenzahl. Eine Konzeption von 30 Seiten mit konkreten Inhalten ist besser als eine 50-seitige mit Wiederholungen und Theorie-Lastigkeit. 

Die Konzeption sollte fachlich verantwortet sein – in der Regel durch die Kita-Leitung als pädagogische Fachkraft. Bei Eltern-Initiativen werden Eltern oft beim Verfassen einbezogen, aber die fachliche Endverantwortung muss bei pädagogisch qualifizierten Personen liegen. Das Jugendamt erkennt schnell, wenn eine Konzeption rein laienhaft verfasst wurde. 

Muster können als Orientierung dienen, dürfen aber nicht 1:1 übernommen werden. Jede Konzeption muss die spezifischen Bedingungen der Einrichtung (Standort, Team, Träger, pädagogische Schwerpunkte) widerspiegeln. Das Jugendamt erkennt Standard-Textbausteine sofort und fordert Konkretisierung. Nutzen Sie Muster als Struktur-Vorlage, nicht als Textquelle. 

Eine direkte Ablehnung ist selten – meist gibt es Nachforderungen oder Änderungswünsche. In diesem Fall sollten Sie das Gespräch mit der zuständigen Fachperson im Jugendamt suchen, konkret nachfragen und die geforderten Punkte überarbeiten. Eine zweite Einreichung mit den geforderten Anpassungen ist üblich. Wer die Vorprüfung vor offizieller Einreichung nutzt, vermeidet diese Schleife meistens. 

Nein, Sie müssen sich nicht auf ein einzelnes etabliertes Konzept wie Montessori, Reggio oder Waldorf festlegen. Wichtig ist, dass Sie Ihren eigenen Ansatz klar beschreiben, dass die Bezüge stimmig sind und dass Sie umsetzen können, was Sie versprechen. Eine eigenständige Naturpädagogik-Konzeption mit Bezügen zu verschiedenen Ansätzen ist gut möglich. 

Empfohlen wird eine Überprüfung alle 2 bis 3 Jahre. Bei strukturellen Veränderungen (Leitungswechsel, Standortwechsel, neue Gruppen, größere Personalveränderungen) ist eine Anpassung sofort sinnvoll. Bei jeder Verlängerung der Betriebserlaubnis prüft das Jugendamt, ob die Konzeption noch der gelebten Praxis entspricht.

Ja, ein Schutzkonzept ist mittlerweile Pflicht. Es kann entweder als eigenständiges Kapitel in der Konzeption oder als separates Dokument vorgelegt werden. Inhaltlich gehören dazu: Risikoanalyse, Verhaltenskodex, Beschwerdemanagement, Interventionsplan bei Verdachtsfällen, regelmäßige Schulung des Personals. Viele Jugendämter haben Mustervorlagen, die als Orientierung dienen können. 

Wir sind kein Pädagogik-Berater, aber wir bringen über 15 Jahre Erfahrung aus über 500 Waldkindergartenprojekten ein. Wir unterstützen mit allen Informationen zu Bauwagen-Räumen, die für das Räumlichkeits-Kapitel relevant sind. 

Fazit und nächste Schritte

Eine gut geschriebene Waldkindergarten-Konzeption ist mehr als ein Genehmigungsdokument – sie ist Identitätskern und Qualitätssicherung der Einrichtung. 

Wer 3 bis 6 Monate in die sorgfältige Erstellung investiert, profitiert über die gesamte Lebensdauer der Einrichtung. Die Konzeption schafft Verbindlichkeit im Team, Vertrauen bei Eltern und Sicherheit im Genehmigungsverfahren. Vor allem aber dient sie den Kindern: Eine klare pädagogische Linie gibt Orientierung und Geborgenheit. 

Die 5 wichtigsten Schritte zum Konzept

  1. Vorbereitung: Bildungsplan des Landes lesen, Mustervorlagen sichten, Fachberatung kontaktieren 
  2. Team-Workshops: Pädagogische Schwerpunkte gemeinsam entwickeln, Tagesablauf konkretisieren 
  3. Schreibphase: Federführung Kita-Leitung, regelmäßige Team-Abstimmungen 
  4. Vorprüfung: Informelle Rückmeldung vom Jugendamt einholen 
  5. Finalisierung und Einreichung: Layout, Druck, offizielle Einreichung 

NAWALO begleitet seit über 15 Jahren Waldkindergärten von der ersten Idee bis zur Eröffnung. Wir kennen den Weg, die typischen Stolpersteine und die Lösungen. Wenn Sie ein Projekt planen, sprechen Sie uns gerne an – wir vermitteln Kontakte und beraten zu allen Bauwagen-Aspekten, die für Ihre Konzeption relevant sind. 

Wir beraten Sie umfassend zu Ihrem Waldkindergarten-Projekt – von der Konzeption über den Bauantrag bis zur Lieferung. Telefon: +49 (0) 4120 7068 870 | E-Mail: info@nawalo.de | Online: www.waldkindergartenwagen.de/kontakt

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